Ein Blick hinter die Kulissen der Redaktionsarbeit vom Anlagen Design Journal


Die Modellbahnzeitschrift, die Lücken füllt und Themen außerhalb des mainstream bringt

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1.2.23

 

Optimale Position des Güterschuppens

 

In einem Forum, in dem ich heute erstmals unterwegs war, stieß ich auf einen Thread, in dem ein Modellbahner seine Anlage vorstellt - zunächst ohne Gleisplan. Auf Nachfrage aus dem Forum zeigte er dann einen  von einer professionellen Planungsfirma erstellten Plan, nach dem er sich gerichtet hatte. Der sah – von mir nachgezeichnet - in etwa so aus wie der obere Plan links (verdeckte Gleisführungen weggelassen). Das rote Rechteck rechts unten im Plan stellt den Güterschuppen dar.

Es zuckte schon in meinen Fingern, einen heftigen Widerspruch zu tippen, denn das ist ja nun die denkbar ungünstigte Position für einen Güterschuppen.

Zum Glück war ich nicht ganz so spontan und schaute mir erstmal die Bilder an, die der User von seiner Anlage zeigt. Und was sehe ich da? Er hat den Güterschuppen völlig anders positioniert, nämlich so wie im unteren Bild.

 

Das ist natürlich eine völlig andere Hausnummer. Das ist nicht nur besser, viel besser, das ist gleich die allerbeste Position für einen Güterschuppen. Und das postete ich dann auch.

 

***

 

Und die Moral von der Geschicht'? Besagter professioneller Planer kennt ganz offenbar die Ausgaben 1 und 2 von ADJ nicht, denn darin war eine gaaaanz ausführliche Darstellung der möglichen und beim Vorbild vorkommenden Positionen von Güterschuppen (ADJ 1) und der Umsetzung dieser Erkenntnisse auf Anlagen (ADJ 2). Aber das ist ja leicht nachzuholen. ;-)

31.1.23

 

Ikonen und Icons im ADJ

 

Ikonen sind lt. Wiki Abbildungen von verehrten Persönlichkeiten, hauptsächlich - aber nicht nur - im kirchlichen Bereich. Das kann auch im übertragenen Sinn so gemeint sein, wenn z.B. im ADJ immer wieder die Namen Tony Koester, Allan McClelland und Frank Ellison genannt werden.

Aus dem Wort Ikone wurde dann im IT-Zeitalter der Begriff Icon für kleine Grafiken im Internet abgeleitet. Die vier links abgebildeten, die wiederholt im ADJ zu sehen waren und sind, sind eigentlich zu groß, um so genannt zu weden, ich tu’s trotzdem. Man könnte auch Vignetten sagen. Wie auch immer.

 

Aber warum gibt es sie?

Sie markieren vier der fünf wichtigsten Themenbereiche, die für das ADJ besonders relevant und typisch sind:

MAPUD heißt Modellbahn-Anlagen Planungs- und Design-Forum. Wenn man es aufruft, sieht man, dass es um die Planung von Anlagen für vorbildgerechten Betrieb geht. Damit ist es eigentlich die ideelle Urmutter des ADJ.  Die alten Planungsstränge dort sind  sehr wertvoll, aber z.T. langgezogen und zerfleddert, weshalb die interessantesten von ihnen nach und nach im ADJ in kondensierter und aktualisierter, leicht lesbarer Form aufbereitet werden.

 

Landschaftsdesign ist mehr als Landschaftsgestaltung, mehr als Grasmaster und Bietschtalbrücke. Der Artikel über Einschnitte und Dämme in ADJ 5 sei als Beispiel genannt: Warum wird genau diese Landschaftsform gewählt? Wie gestaltet man eine Tunneleinfahrt etc.

 

Das Wort Betrieb kam schon bei MAPUD vor. Betrieb ist ein in der großen Modellbahnpresse und auch in den Foren extrem unterrepräsentiertes Thema. ADJ hat sich auf die Fahne geschrieben, diese Lücke zu füllen.

Das geiche gilt für das Thema Sicherungstechnik. Die soll im ADJ einen besonderen Platz bekommen, einen ersten low tech-Artikel gab es schon in ADJ 7 (siehe auch Eintrag vom 26.1.), drei weitere sind in Vorbereitung. Da tut sich was.

 

Ich sagte vier von fünf Themenbereichen. Für den fünften Bereich muss das passende Icon noch gestaltet werden: Identität. Anlagen, auf denen die Züge von Irgendwo nach Nirgendwo fahren, haben wir genug gesehen. ADJ will Informationen und Anleitung geben, wie man Anlagen eine spezielle Identität gibt, wie man sie zu einer "Persönlichkeit" macht.

 

28.1.23

 

Die Redaktion sucht ... (wieder einmal)

 

Da dieser Blog doch recht häufig angeklickt wird, rechnen wir uns eine reelle Chance aus, dass einige Leser (derzeitige, potentielle und künftige) haben, was wir suchen:

Bilder und Informationen von/über Kohlenhandlungen, Güterschuppen, Ladestraßen, Anschlussgleise mit mehreren Kunden hintereinander, Tunneleinfahrten, Holzladungen, Einschnitte, kleine Bws (Lokstationen), jeweils vom Vorbild und/oder Modell.

Bitte nur Bilddokumente senden, wenn sie a) mind. 1800 Pixel breit sind und ihr b) die Rechte daran habt (oder besorgen könnt). Und bitte die Bilder inhaltsbezogen benennen. "IMG 123456" reicht nicht.

Wohin: Bitte per email an redaktionätjaffaeins.de (ät durch den Klammeraffen ersetzen und eins durch die entsprechende Ziffer).

26.1.23

 

Mechanisches Stellwerk - klein angefangen

 

In ADJ 7 stand die erste Folge – na, bescheidener gesagt – der Intro-Artikel für die Serie über mechanische Eisenbahnsicherungstechnik im Modell. Das ist ein großes Thema, das viel Reindenken und Planen erfordert, wenn es vorbildnah aussehen und funktionieren soll.

Gemäß dem bekannten Wahlspruch „Es gibt nichts Gutes, außer man tut es“ dachte ich mir: Überlegen und Planen ist gut, aber ich muss einfach mal anfangen. Dieser kleine Anfang sah dann so aus:

Von den neun Weichen des westlichen Bahnhofskopfes meines Bahnhofes Sonnenberg werden nur ganze drei vom Stellwerk ferngestellt. Drei weitere sind ortsgestellt aber mit Schlüsselabhängigkeit vom Stellwerk (Schlüssellochsymbol im Gleisplan unten), der Rest ist ortsgestellt und ungesichert, da sie bei keiner Fahrstraße gegen die Spitze befahren werden.

Es sind drei Fahrstraßen für die Einfahrt von Schlufterhütte aus vorgesehen, nach den Gl. 1, 2 und 3, in Plan unten rot eingezeichnet.

Wie man sieht, brauchen zum Einstellen der drei Fahrstraßen nur drei Weichen gestellt werden: W 16 und W 17/18, die miteinander gekoppelt sind, also braucht es nur zwei Weichenhebel im Stellwerk, die beiden rechten im Foto oben. Der dritte ist der Hebel zum Ziehen des Einfahrsignals.

 

Und jetzt kommt der Pferdefuß

In dieser Form ist das Stellwerk, das aus Hebeln von H0fine besteht, seit einigen Jahren in Gebrauch und funktioniert auch gut. Allerdings nicht mechanisch. Unter den Hebeln sind kleine Schalter 2xUm montiert, die sowohl den Weichenmotor als auch die Herzstückpolarität schalten. Ein Verschlussregister ist in der Mache, aber noch nicht einsatzbereit. In künftigen Heften von ADJ wird zu sehen sein, wie es weitergegangen ist.

22.1.23

 

Es hat geschneit

 

Aufgewärmtes und Abgekühltes

 

Also hier in Hamm hat es heute Nacht wieder geschneit, und wenn ich vom Redaktionsschreibtisch hinaus schaue, ist alles weiß. Das hat mich auf eine Idee gebracht.

Kürzlich war in einem sich elitär gebenden Forum zu lesen, im ADJ würden alte MAPUD-Stränge "aufgewärmt". Ob man die Art, wie diese spannenden Anlagenplanungen hier im Blatt kondensiert und mit neuen Grafiken erweitert aufbereitet werden, als aufgewärmt bezeichnen kann (man lese nur den Kommentar von Ivo Cordes dazu in ADJ 5, S. 38) sei mal dahingestellt.

 

Wir können aber auch kälter. Ein älterer MAPUD-Planungsstrang war mit diveren 2D- und (sommerlichen) 3D-Wintrackgrafiken von Hubert Ebersberger illustriert. In ADJ 8 wird dieser Thread ebenfalls kondensiert dargestellt und an diversen Stellen erweitert, z.B. durch diese Winterszene:

 

Dabei geht es gar nicht um den "Winterzauber" oder das "Winteridyll", wie wir es so oft in der großen Modellbahnpresse lesen, sondern um den Steinbruch, der im Originalthread noch nicht integriert war.

Der diesem Thread zugrunde liegende Plan hat eine lange Tradition. Ursprünglich stammt er vom Erfurter Altmeister und erlebte dann zweimal eine Aufwä...., pardon Weiterentwicklung in der MIBA und MIBA Spezial. Und dass sich die ADJ-Redaktion den Oldtimer noch einmal vorgenommen hat, hat einen ganz speziellen Grund. Geht es doch um die Modellumsetzung einer in Heft 7 vorgestellten Vorbildsituation.

16.1.23

 

Der böse Bildfahrplan

Im Stummi-Forum ist tatsächlich ein Thread über geraffte Modellzeit zustande gekommen - und ging aus wie das Hornberger Schießen. Am Ende (#28) schreibt ein User:

 

Meine Frage ist nur, welches Programm für den Bildfahrplan? Es sollte relativ einfach sein. Ich habe mir Jtrain installiert, aber aus irgendeinem Grund speichert das Programm nichts ab... Vielleicht hat da noch jemand einen Vorschlag?

 

Darauf zu antworten wäre nach dem bisherigen Inhalt der Diskussion OT, außerdem empfehle ich gerade dem Betriebseinsteiger, zunächst mal gar kein Programm dafür zu nutzen, sondern Kugelschreiber, Faserstifte und Lineal. Und am besten ein Blatt Papier mit Rechenkästchen.

So, weiter führe ich das hier nicht aus, denn ich bereite derzeit einen Artikel für das ADJ vor mit dem Titel: Oh je! Der Bildfahrplan. Untertitel: Warum es ihn geben muss und wie man mit ihm Freundschaft schließt.

 

Und wie schließt man mit ihm Freundschaft? Indem man einen erstellt. Und genau dazu gibt der genannte Artikel detaillierte Anleitung.

Kommt gleich in der nächsten Ausgabe.

12.1.23

 

Modellbahnbetrieb mit/ohne beschleunigter Uhr; Einzelspieler vs. Betrieb zu mehreren

 

In ADJ 4 war die Anlage "Bergisch Dahlhausen" von Stephan Benning nicht nur Titelbildstar, sondern  mit einem Artikel und herrlichen Landschaftsbildern vertreten.

 

Seitdem das ADJ-Team die Aufnahmen gemacht hat, ist schon wieder einige Zeit vergangen und Stephan hat weiter gebaut und weiter gestaltet und plant derzeit, wie der Betrieb auf der Anlage funktionieren soll.

Stephan hat seit Baubeginn seiner Anlage in einem eigenen Thread im Stummi-Forum (unter dem Nick Aedelfith) berichtet.

So war es natürlich, dass er auch die betrieblichen Fragen zu seiner Anlage dort postete. Betrieb ist im Stummi-Forum (und anderen klassischen Modellbahnforen) ein Thema, das kaum vorkommt. Vielleicht liegt es daran, dass sich viele User (teils mit teils ohne entsprechende Erfahrungen) berufen fühlten, zu Stephans Fragen Stellung zu nehmen, so dass der Thread aus dem Ruder lief und OT wurde.

Ich bin selber sehr spät eingestiegen und habe mir die entsprechenden Posts am Stück reingezogen. Und dann spürte ich, dass ich eine grundsätzliche und umfassende Antwort geben wollte, der Stephans Thread noch mehr ins Abseits führen würde und habe mich daher entschlosen, diesen Kommentar lieber hier zu posten und im Stummi-Forum nur einen Link zu setzen.

Hier zunächst mal Stephans Post, mit dem er die Diskussion initiiert hat:

#444 (Aedelfith): Wandel mich gefühlt ja mittlerweile eher in Richtung Betriebsbahner nach meiner kleinen Sinnkrise und dem Umbau des Schattenbahnhofes zum Betriebsbahnhofes. An dieser Stelle auch ein Dank an Otto und andere die mich da auf entscheidene Ideen gebracht haben. …

 

Und aus eben diesem Grund bräuchte ich streng genommen halt einen  Mitspieler, bzw Mitwirkenden um zumindest den Tf, Zf und Rangierbegleiter outsourcen (würde über die Wlan Maus von Roco steuern) zu können sodass der andere den Fdl/Ww Bergisch Dahlhausen übernimmt sowie die Zug zusammenstellerei etc im Betriebsbshnhof (alles am PC)
Das würde einfach alles etwas entzerren, bzw einfacher gestalten als allein. Da hinkt der Fahrplan immer etwas hinterher.
Alternativ müsste ich mich von der Modellzeit lösen und mir da für den Einzelbetrieb eine andere Lösung einfallen lassen.

 

Stephan konnte nicht ahnen, dass er damit eine Grundsatzdiskussion lostreten würde. Vermutlich hätte ich mir das alles lediglich teils nickend und teils Kopf schüttelnd durchgelesen und weitergeklickt, aber dann kamen zwei Posts, die mich auf den Plan riefen:

 

#466 (iwii): Ich spiele einfach nach Reihenfolge und nicht nach Zeit. Selbst wenn bei mir zwei oder drei Leute spielen ist das kein Problem, da das Layout unabhängige Bereiche mit definierten Übergabepunkten hat. Am Ende soll der Genuß im Vordergrund stehen und nicht die Hektik des Alltags auf das Hobby übertragen werden.

 

# 467 (frank K): in Grainitz wird auch nach Abläufen und nicht nach fixer Zeituhr gefahren. Schon einfach deshalb, weil die Rangierprozesse an sich schon eine gewisse Zeit brauchen und sich damit die Zugfrequenz von selbst limitiert. Und den Satz von Matthias (iwii):
Zitat von iwii im Beitrag #466

 


 

Am Ende soll der Genuß im Vordergrund stehen und nicht die Hektik des Alltags auf das Hobby übertragen werden.

 


 

mag ich voll unterstützen.

 

Dazu musste ich etwas schreiben:

 

Gesamtstellungnahme von OOK:

 


Ich fange mal mit dem Zitat von iwii (unterstützt von frank k) an:

 

„Am Ende soll der Genuß im Vordergrund stehen und nicht die Hektik des Alltags auf das Hobby übertragen werden.“

 

Zugrunde liegt offenbar die Auffassung, etwas in limitierter oder geregelter Zeit zu tun, sei prinzipiell Hektik und/oder Stress. Wie ist es dann zu erklären, dass Millionen von Bürgern (sicher hundertmal mehr als es Modellbahner gibt) in ihrer freien Zeit nach Stoppuhr laufen, schwimmen, rudern, Fußball oder Schach spielen etc. etc.? Schon kleine Kinder zetteln beim Spielen spontan Wettläufe an: „Wer als erster an der Straßenlaterne ist!“ Sind die alle bekloppt? Es gibt doch kein Phänomen aus dem „normalen“ Leben, wo irgendeine dieser Beschäftigungen mit Zeitfaktor als Vorlage dienen könnte, zumindest seitdem Botschaften nicht mehr per Stafettenläufer durchs Land transportiert werden.

 

Die reale Eisenbahn hingegen funktioniert grundsätzlich und von Anfang an mit Zeitfaktor, genannt Fahrplan. Das ist auch per Gesetz vorgeschrieben. Und ausgerechnet hier soll es nun Stress sein, wenn man das realistischerweise im Modell nachstellen will? Mir zumindest unverständlich. Ich fahre auf meinen Anlagen seit vierzig Jahren nach Fahrplan und beschleunigter Modellzeit, wobei von 1:4 bis 1:6 alles schon angewandt wurde, je nach Anlage und Betrieb. Jetzt kommt natürlich der Einwand oder Einwurf, wie ich das denn händele, wenn ich beim Rangieren die gleiche Zeitraffung habe wie bei Streckenfahrt, wenn während des Rangierens gleichzeitig eine Zugfahrt stattfindet, im Einzelspielermodus.

 


Jetzt kommt der Hammer: Seitdem ich Modellbahnbetrieb mache, geht unter einem Mitspieler, also unter Zweimannbetrieb, gar nichts. Wenn ich allein „einen fahre lasse“, dann ist es eine Testfahrt, um irgendetwas nach einer Bauphase auszuprobieren oder vor einem Betriebstag zu prüfen, ob alles ok ist. Das heißt dann auch nicht Betrieb.

 

Bei meinen Anlagen war und ist es stets so, dass so viele Tfz eingesetzt werden, wie Tf (Triebfahrzeugführer) vorhanden sind. Das habe ich bei der großen Bahn abgeguckt, da ist das auch so.

 

Um 1980 (FREMO-Gründungsphase) hatte ich die H0-Felsentalbahn, auf der war mein häufigster Mitspieler Ivo Cordes. Betrieb mit drei Tf wäre nicht möglich gewesen, weil der Dachboden ohne Stehhöhe dazu zu eng war. Und der Gedanke, eine weitere Person in einem Kabuff als Zugleiter agieren zu lassen, wie das heute bei mir üblich ist, war mir noch nicht gekommen.

 

Iwii hatte geschrieben, dass der Genuss im Vordergrund stehen soll. Nun genießt natürlich jeder anders, wat den enen sin Uhl ist bekanntlich den annern sin Nachtigall. So auch hier. Für mich ist es ein sehr hoher Genuss, wenn ich meinen Zug zur fahrplanmäßigen Zeit (nach Erlaubnis durch den Zugleiter) starte und anstrebe, pünktlich am Bahnhof XY anzukommen, weil dort eine planmäßige Kreuzung stattfindet und ich dem Gegenzug keine Verspätung aufbrummen will. Das ist genau das, was ein „richtiger“ Tf auch macht. Realismus pur. Und Stress ist es auch nicht, denn der ausgeklügelte Fahrplan basiert ja auf Messungen, wie lange der Zug für die gegebene Strecke braucht.

 

Und dass das nicht nur mir Genuss bereitet, lässt sich allein daran ablesen, dass ich zu keiner Zeit Probleme hatte, genügend Mitspieler zusammen zu bekommen. Wenn ich mal den Einbruch durch Corona außer Acht lasse, hat bei mir im Durchschnitt einmal im Monat Betrieb mit drei, vier, fünf oder sechs Personen stattgefunden, gelegentlich auch mal sieben. Bei weniger als drei Anwesenden wird kein Betrieb gemacht, sondern gebastelt.

 

So, und jetzt komme ich zum heiklen Punkt: Warum schreiben neun von zehn Modellbahnern, die ihre Anlage in einem Forum vorstellen auf die Frage „Einzelbetrieb oder zu mehreren“? als Antwort Einzelbetrieb? Wenn man nachfragt (das tue ich öfter per pn oder im direkten Kontakt), kommt eine Antwort wie: „Ich kenne im Umkreis von 30km niemanden, der daran Interesse hätte.“ So einfach ist das.

 

Wirklich? Als ich nach Hamm zog, kannte ich auch niemanden im Umkreis von 30km. Nach einem halben Jahr war das schon anders. Aber das ist gar nicht das Entscheidende. Meine Mitspieler kommen aus Bielefeld, Herford, Delmenhorst, Wuppertal, Borken, Köln, Entfernungen bis zu 200km. Sooo weit, bloß um mit der Modellbahn zu fahren? Dann fragt mal beim FREMO nach, wie groß die Anreiseentfernungen zu Modultreffen mit Fahrplanbetrieb sind. Als ich noch in Bremen wohnte, kamen drei Modellbahner regelmäßig aus Berlin, 400km. Aber was ist das alles gegen die Entfernungen, die jedes Wochenende wegen eines Fußballspiels gefahren werden !? Alles eine Frage, wie wichtig einem etwas ist.

 

Die Lösung meines „Geheimnisses“ ist aber die: ich habe so viele Mitspieler, weil ich es wollte, weil ich mich von Anfang an darum gekümmert habe, weil ich immer Leute eingeladen habe, meine im Bau befindliche Anlage anzuschauen (scheint für viele Stummis eine Horrorvorstellung zu sein), und nicht wenige fragten dann, ob ich nicht Hilfe beim Bau benötige. So haben wir an der jetzigen Großanlage zeitweise mit einem Dutzend Leuten gewerkelt. Nur ein Viertel davon war dann, als es so weit war, nicht interessiert, beim Betrieb mitzumachen, die anderen umso mehr.

 

Für den kommenden Samstag z.B. haben sich fünf Freunde angemeldet. (Ein sechster musste zurückziehen, weil was dazwischen gekommen ist).

 


 

Noch ein paar Worte zum Thema Stress und Hektik

 

Ja, beim Modellbahnbetrieb kann auch mal Stress entstehen. Genau wie beim Fußball oder bei der Urlaubsreise. Offenbar für niemanden ein Grund, diese Dinge zu lassen. Der Fahrdienstleiter am Abzweigbahnhof meiner Anlage kommt immer wieder mal in Stress, z.B. wenn zwei Züge fahrplanmäßig kreuzen und der Zug von der Nebenstrecke vorm ESig steht (ausgerechnet der mit dem Kurswagen für einen der kreuzenden Züge), und der Güterzug ist noch am Rangieren und es stehen Wagen auf Gleis 3, wo der Nebenstreckenzug einlaufen soll. Ja, so einen Stress hat man natürlich nicht, wenn man TrainController o.ä. das regeln lässt. Und wenn das jemanden mehr befriedigt als richtiger Eisenbahnbetrieb, bitteschön, nur zu.

 

 OOK.

 

KaBeES 246 hatte ja den Einwurf gepostet, dass der Thread von Aedelfith durch die Diskussion weit ins OT gerutscht ist. Stimmt. In dem Strang ging es eigentlich um ganz was anderes, auch wenn Aedelfith selber die Zeitfrage angeschnitten hat. Er wollte ein paar Tipps, geworden ist es eine Grundsatzdiskussion. Und die ist auch nötig, aber hier an falscher Stelle.

 

Das Problem, was sich hier zeigt, ist das Fehlen eines Unterforums Modellbahnbetrieb im Stummi-Forum. Ansatzweise ist das UFO „Vorbildgerechte Modellbahn“ geeignet. Dort heißt die Definition: „Bereich für alle Themen der vorbildgerechten Modellbahn, wie Zugbildungsvorschläge, Vorbildinformationen oder Betriebsabläufe im Vorbild und Ihre Umsetzung bei der Modellbahn“.

 

Dennoch fehlt ein ordentliches Unterforum, in dem es ausschließlich (und dafür umso intensiver) um Modellbahnbetrieb geht, wie man den Betrieb des Vorbildes emuliert etc. Und warum gibt es das nicht? Höchstwahrscheinlich weil noch niemand danach gefragt hat. Ich vermute mal, wenn eine Handvoll User das beantragt, würde Ralf Stummilein das sofort einrichten. Aber wenn das niemand braucht … dann übernimmt das ADJ das halt. OOK.

Kommentar eines Stummi-Users (direkt per email an mich):

 

Ich denke schon, dass das Unterforum "Vorbildgerechte Modellbahn" für die Diskussion geeignet ist und hätte es begrüsst, wenn du deine Gedanken dort gepostet hättest.
Meine Antwort auf deine in diesem Zusammenhang gestellte Frage, warum es keinen vernünftigen Platz für Modellbahnbetrieb gibt, ist eine andere als deine und lautet:
Weil so etwas wie "vorbildgerechten Modellbetrieb" die allerwenigsten wollen. Voraussetzung dafür ist nämlich eine halbwegs vorbildgerechte Modellbahn, etwas, was es in der realen Eisenbahnwelt so geben könnte oder vielleicht sogar gibt. Deutlich über 90% der Forumsmitglieder haben aber eine Modellbahn, die weitgehend ein unwirkliches Phantasieprodukt mit ein paar vorbildnahen Bestandteilen ist und so sieht dann auch der Betrieb aus, wenn denn überhaupt einer gemacht wird. Für mich stellt sich deshalb viel eher die Frage, warum es so wenige Modellbahner und -bahnen gibt, die sich an einem Vorbild - an der "Realität" - orientieren.
 
Viele Grüße
U.
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Kommentar zum Kommentar: In einem Punkt irrt U.: Ich bin genau der geichen Meinung. OOK.

9.1. 23

 

Großartige Felsformationen

 

Im MAPUD-Forum kam dieser Tage ein Post von "cheminot", in seinem Thread über seine dreietagige Anlage:

 

"Für den Bau der Felswände habe ich mich vom Bericht im ADJ No. 6 inspirieren und mir 4 unterschiedliche Latexformen von Bragton Enterprises aus USA schicken lassen. Ich kann diese Technik nur wärmstens empfehlen. Man kann mit ein wenig Übung mit sehr geringem Zeitaufwand (und wenig Gewicht) große Felsflächen gestalten!

Dabei noch ein Hinweis – bei einem Untergrund aus Styrodur kann man die Formen mit Graphik-Fixierpins (erhältlich bei Modulor) fixieren und regelrecht an den Untergrund „anformen“. Das funktioniert hervorragend auch ohne Hilfe, beschädigt die Formen nicht und man muss die Form nicht halten."

Das sind die Seiten 10 und 11 von ADJ 6, zwei weitere Seiten sind hier im Eintrag vom 11.9.22 zu sehen.

5.1. 23

 

Hin und her, das ist nicht schwer

 

Und wo? Das wird noch nicht verraten, aber es reimt sich auf die Titelzeile. Heute war Co-Redakteur Michael Sterna in der Redaktion in Hamm und hat seine ersten Erfahrungen mit dem Layout-Programm der ADJ-Redaktion gemacht und  einen Artikel gelayoutet, seinen Artikel, seinen Hin-und-Her-Artikel. Die Bilder dazu sind auch alle von ihm, hier das erste:

 

Man kann sich ja denken, worum es hier geht. Richtig: ums Rangieren. Typisch für Michael Sterna und typisch für ADJ. Irgendwann kommt der Artikel im ADJ.

2022

 

30.12.22

 

ADJ auf dem Holzweg?

 

Sägewerke sind nach Steinbrüchen die beliebtesten Anschließer auf Modellbahnnanlagen. Der Grund liegt nicht nur darin, dass sie so interessant aussehen, sondern dass sie umfangreichen Wagenladungsverkehr generieren: Anfuhr von Stammholz und Abfuhr von Schnittholz/Balken/Brettern.

 

Da macht es auch Sinn, den Weg des Holzes vom Wald an darzustellen. Wo die Strecke selber durch den Wald führt, kann ein kurzes Lagegleis mit Holzrampe angelegt werden. Häufiger wird das Stammholz mit Fuhrwerken bzw. in neuerer Zeit mit LKW zum Bahnhof gebracht und auf einer Rampe oder der Ladestraße zum Bahnverlad bereit gelegt. Das sind interessante Funktionsobjekte auf der Anlage.

Rechts die Verladung von Stämmen auf ein Fuhrwerk. Das links stehende Pferd darf den Stamm auf der schrägen Gleitbahn aus zwei dünnen Stämmen hinaufziehen. Heute erledigen das Holzerntemaschinen in Bruchteilen der Zeit, zerfahren allerdings auch den Waldboden.

Zwei Ladestraßen mit Holzverlad auf H0-Anlagen. Links Stamm- und Schnittholz gemischt, eher untypisch, da muss ein Sägewerk in unmittelbarer Nähe sein. Das Stammholz ist gegurtet, was nicht so ganz realistisch ist, das erfolgt erst auf dem Wagen.

Im rechten Bild ist eine neuzeitliche Holzverladeszene im Prinzip überzeugend nachgestaltet. Einziges Manko: der Radlader bringt unpassende Stämme zum bereitstehenden RR-Wagen.

Ein Thema für sich ist die Beschaffung bzw. Darstellung von Modell-Stammholz. Das ist nicht so einfach, wie gedacht. Ganz häufig sieht man auf Anlagen "Holzstämme", denen man es ansieht, dass sie junge von einem Strauch geschnittene Triebe sind und keine alten ausgewachsenen Stämme. Das können sie ja auch nicht sein, aber wir können es vortäuschen.

 

Das Bild oben links fiel mir auf, als ich den Artikel über die Eifelburgenbahn von Reinout van Rees für ADJ 6 redigierte. "Mensch Reinout, woher hast du diese so echt aussehenden Stämme?" schrieb ich ihm spontan per email. "Das waren Beigaben zu einem uralten Roco H0-Billigwagen" schrieb er zurück, "willst du sie haben, sie sind für H0 viel zu dick".

Stimmt! Kurze Zeit später trafen die Stämme bei der BAE ein, meiner 0m-Anlage, und siehe da, auf einem 1:45-Schmalspurwagen wirken sie im Durchmesser wesentlich korrekter.

Jetzt die entscheidende Frage: Welche Kleinserienfirma kann heute solche Stämme herstellen, z.B. drucken?

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Beim Thema Holz gibt es viele Gelegenheit, etwas falsch zu machen. Deshalb wird sich ADJ in einem der nächsten Hefte ausführlich mit dem Thema Holz auf der Modellbahn befassen.

Dafür sind bereits zahlreiche Bilder vorhanden, es wäre aber nichts dagegen einzuwenden, wenn von Leserseite weitere Bilder eingereicht würden, Vorbild wie auch Modell, korrekte und fehlerhafte Modellszenen, alles.

28.12.22

 

Netter Beifang

 

Welchen Suchbegriff ich heute bei duckduckgo eingegeben habe, ist derzeit noch Redaktionsgeheimnis. Aber gerne zeige ich euch, was ich so am Wegesrand fand. Zum Beispiel dies hier:

Die beiden letzten Ausgaben von ADJ sind noch gar nicht drin. Kommt sicher noch.

26.12.22

 

Rangieren aber richtig

"Rangieren aber richtig" erschien Mitte 2020 bei VGB Fürstenfeldbruck  - und war ratz-fatz vergriffen. Ausverkauft. Und weil es so ein schöner Erfolg war, wurde ich mehrfach angefragt, ob ich nicht einen zweiten Band erstellen wollte.

Keine abwegige Idee, aber sowas kann Jahre dauern. Ich habe mich anders entschieden und ziehe es vor,  das Thema in einzelnen Kapiteln im ADJ fortzusetzen. Und weil das Rangierbuch neun Vorbildkapitel hatte (+ sechs Modellbahnkapitel) starten wir in ADJ 8 sogleich mit dem 10. Kapitel. Und das, was Johann Baptist Schrall in seiner Rezension als Pluspunkte des Buches benennt, wird auch die Messlatte für die weiteren Folgen sein.

24.12.22

Redaktion und Verlag von ADJ wünschen allen bisherigen und künftigen Lesern ein frohes Fest.

Heiligabend in Oderteich im Harz, 750m ü NN

20.12.22

Eisenbahnsicherungstechnik

Auf der Titelseite von ADJ 7 gab es ja dieses bizarre UFO im Himmel über dem Zug mit dem Hinweis, dass in dem Heft eine Serie über Eisenbahnsicherungstechnik gestartet wird. Das ist auch geschehen, eine ganz einfache Sache, nämlich ein simples Weichenschloss. Dabei soll es jedoch nicht bleiben.

Wir wollen nach und nach in die komplizierte Materie der Stellwerke eindringen und zwar in erster Linie der mechanischen Stellwerke. Dazu müssen wir studieren, wie es das Vorbild macht - und wann und warum.

 

Aber ADJ ist eine Modellbahnzeitschrift. Letztendlich geht es darum, wie wir das im Modell realisieren können. Ich hatte schon am Schluss des Eröffnungartikels gebeten, dass Modellbahner, die da schon eigene Erfahrungen gemacht und dies und das ausprobiert haben, sich melden mögen.

Mit Erfolg: Zwei namhafte Autoren der Modellbahnszene haben bereits Artikel angeboten. Gerne nehme ich weitere Meldungen entgegen.

Dies ist eine Studie, wie man an die Stellhebel von H0fine und Ralph Steinhagen ein Verschlussregister anlenken und auch die Weichen und Signale mechanisch stellen könnte. 

17.12.22

 

Schöne Werbung im Stummi-Forum

 

Im Stummiforum darf ich für meine Zeitschrift nicht werben, nicht mal in der Signatur. Das sind die Hausregeln. Ist halt so.

Aber: Wenn andere User auf das ADJ hinweisen, ist das ok. Darauf habe ich keinen Einfluss, freue mich aber drüber. Kürzlich z.B. Reinout van Rees, dessen Anlage Eifelburgenbahn in ADJ 5 vorgestellt wurde. Er postete dies:

16.12.22

 

ADJ Werbeflyer

 

Leider zu spät für die Weihnachts-Events im Modellbahnbereich ist der Werbeflyer für das ADJ fertig geworden. So sieht der sechsseitige Falzflyer aus:

 

Aber besser spät als nie sagt das Sprichwort, und es gibt auch weiterhin Modellbahnevents und Ausstellungen, wo das Auslegen dieser Flyer Sinn machen würde. Wir nehmen daher Wünsche und Anregungen auf, wo die Flyer ausgelegt werden können. Am besten ist es allerdings, ein Leser fordert selber ein Kontingent an und kümmert sich um die ordentliche Auslage. Da kann man sich um das ADJ verdient machen.

5.12.22

Es schneit in Hamm, auch im BAE-Keller

30.11.22

ADJ 7 in der Zielgeraden (= in Druck)

 

Jau, wieder superpünktlich, wie man das von uns kennt. Hier die Titelseite:

Die Hauptartikel stehen schon wie gewohnt im blauen Balken am Fuß der Seite, aber nicht ganz unwichtig ist das UFO rechts im Himmel, das auf die neue Thematik der Eisenbahnsicherungstechnik hinweist.

Im letzten Heft hatten wir auch so eine Serienankündigung, nämlich die der Übergabebahnhöfe, da macht hier nun Eyach an der Hohenzollerischen Landesbahn den Anfang, interessant von der Vorbildsituation, aber unbedingt untersuchenswert hinsichtlich der modellbahnerischen Umsetzungsmöglichkeiten. (s. auch Eintrag vom 3.11.)

Ober Grafendorf ist der zentrale Bahnhof einer großartigen  H0e-Anlage. Aus einem bestimmten Grund kommt sie schon im Editorial vor.

 

Und schon laufen die Vorbereitungen für Heft 8.

 

Jaffa bei der Arbeit IV:

Zugegeben, so ganz kommt es nicht heraus, warum Jaffa sich auf dem Weg gemacht hat, diese Anlage gründlich zu fotografieren. Vielleicht hilft dieses Bild:

Noch nicht überzeugt? Na, vielleicht zeige ich morgen noch ein weiteres Bild.
Noch nicht überzeugt? Na, vielleicht zeige ich morgen noch ein weiteres Bild.

16.11.22

Hurrah! ADJ wird günstiger

Wer's glaubt wird selig, sagt das Sprichwort, wenn etwas völlig unglaubwürdig ist. Und wie soll heute mitten in der Inflation etwas billiger werden? Aber Achtung, ich sagte nicht billiger, sondern günstiger:

Der Preis für das Einzelheft steigt ab Heft 7 von 6,50 auf 7 Euro. Wo ist der Trick? Der Trick ist, dass die Seitenzahl gleichzeitig von 40 auf 44 Seiten steigt (+10%), während der Preisanstieg nur knapp 8% beträgt. Also doch günstiger.

***

Genau genommen ist ADJ ständig günstiger geworden. Angefangen haben wir mit 32 Seiten, Heftpreis 6 Euro, macht 0,188 € pro Seite. Die Hefte 2 und 3 hatten schon 36 Seiten, Heftpreis 6,50 €, macht 0,180 pro Seite, die Nr. 4, 5 und 6 hatten 40 Seiten, Kostenpunkt 6,50 €, also 0,162/Seite. Und ab Heft 7 kostet die Seite nur noch 0,159 €. Mathematiker können ja mal ausrechnen, ab wieviel Seiten ADJ kostenlos sein wird, wenn das so weiter geht. ;-)

 

Der eigentliche Trick kommt erst jetzt:

Wer jetzt ein Abo kauft, kann den bisherigen Preis von 20 € frei Haus für drei Ausgaben  festklopfen. Na, wenn das kein Schnäppchen ist ...

14.11.22

Sicher ist sicher

Das Sicherungswesen spielt bei der Eisenbahn eine große Rolle. Dazu gehören aber nicht nur Signale und Vorsignale, sondern eine Menge Einrichtungen mehr. Signale haben auf der Modellbahn eine lange Tradition, und ein gewisser Prozentsatz der Modellbahner begreift sie nicht nur als Dekoration fürs eisenbahnige feeling, sondern setzt sie funktional ein. Mit den heutigen eletronischen Hilfsmitteln nicht mehr sooo schwierig.

Und was macht ein Nebenstreckenmodellbahner, dessen Bahnhöfe nur mit Trapeztafeln gesichert sind?

Für die gibt es low tech mechanische Sicherungseinrichtungen. Der Warnkleidungseisenbahner links gibt ein Beispiel. Um mit seiner Rangiereinheit in einen Anschluss zu fahren, muss er eine wichtige Weiche aufschließen, bevor er sie stellen kann.

Weichenschlösser  sind sozusagen die niedrigste Stufe des Eisenbahnsiche- rungswesens und haben auch auf der Modellbahn schon Einzug gehalten, mehr als die meisten Modellbahner ahnen. Bei den Modulen beim FREMO kommen sie relativ häufig vor.

Da ist also ein großes Thema, das in der Fachpresse noch nicht ausführlich und gründlich behandelt worden ist. ADJ hat sich vorgenommen, in einer kleinen Artikelserie das Thema Eisenbahnsicherungswesen im Detail zu behandeln. In der ersten Folge in ADJ 7 geht es um Weichenschlösser, logo.

9.11.22

 

Hingucker an Nebenbahn im Hessischen

Von dem bekannten Klein- und Feldbahn-Buchautor Andreas Christopher bekam ich kürzlich einige Fotos, die für das ADJ vorgesehen sind, wobei der Kontext noch nicht feststeht, zum Beispiel diese beiden:

Zwei Stationen einer Nebenbahn im Hessischen, aufgenommen Mitte der Achtziger, als noch ein Restgüterverkehr mit Einzelwagengestellung stattfand, also das, was sich im Modellbahnbetrieb besonders gut macht.

Sagte ich Hingucker? Na, fragt mal einen Schienenbusfan, ob der VT 98 kein Hingucker ist.

Ich habe andere Hingucker. Wohin ich als erstes guckte, als ich das linke Bild erstmals sah, war der Güterschuppen. Was heißt der Güterschuppen? Bei genauem Hinsehen sind es zwei, neben dem großen bahnamtlichen Güterschuppein ein kleinerer privater Lagerschuppen, schätze ich. Sowas ist super für eine kleine Anlage. Wenn da der Ng mit Wagen für beide kommt und an einem steht ein Wagen, der abzuholen ist, (aber erst bei der Rücktour), dann gibt das ein geschäftiges Hin und Her, bis alle Wagen da sind, wo sie hin sollen.

Es gab beim Vorbild auch Situationen mit drei Lagerschuppen nebeneinander. Noch besser. Hat jemand Bilder? Bitte her damit.

 

Was fällt noch auf auf den beiden Bildern, besonders dem rechten? Ich kann ja nur sagen, was mir aufgefallen ist: Es gibt überhaupt keine liebevollen Details. Einfach vergessen! Schaut euch diese Ladestraße rechts an. Absolut tote Hose. Zumindest zum Zeitpunkt der Aufnahme, aber wenn die Lok hier einen Wagen abolen muss (den anderen hatte sie schon dabei), dann muss hier auch ein Ladegeschäft stattgefunden haben, Ein- oder Auslad, egal.

 

Und es ist nichts zurück geblieben, kein Bretterstapel, kein leeres Ölfass, keine Kabelrolle und kein Stammholz, Dinge die auf Modellladestraßen so gerne herumliegen. Wär ja auch schlecht. Zum Be- oder Entladen des G-Wagens ist ja bestimmt ein LKW gekommen, dem darf nichts im Wege liegen. Ladestraßen sind keine Lagerstraßen. (Es gibt Ausnahmen, darüber reden wir ein andermal.)

5.11.22

 

Fehlschlag mit gutem Ende

Stadtbahnhof St. Andreasberg mit selektiver Komprimierung

 

Für den Bahnhof St. Andreasberg Nord an meiner 0m-Anlage wollte ich gerne ein Empfangsgebäude, das dem des Stadtbahnhofes der ehemaligen Andreasberger Zahnradbahn sehr ähnelt. Pläne waren aufzutreiben und so machte ich mich frohen Mutes ans Werk. Während eines Kurzurlaubs im Harz mit dem Womo positionierte ich mich in unmittelbarer Nähe des immer noch existierenden Empfangsgebäudes und fing an, Teile aus Polystyrol zuzuschneiden. Der Anfang war leicht, aber sehr bald merkte ich, dass ich mir da zu viel vorgenommen hatte. Dieses Bauwerk hatte es in sich, die Details gingen in die Hunderte. Ich konnte mir ausrechnen, dass ich Jahre brauchen würde, das Gebäude fertigzustellen.

Was tun? Na ja, wenn man einen Freund hat, der professionell Lasercutbausätze für Gebäude herstellt, kann man den ja mal fragen.

Jaffa war sofort bereit, das EG zu konstruieren und zu lasern.

Aber ich hatte ja gesagt: "... das dem originalen Empfangsgebäude ähnelt". Es sollte also nicht genau nachgebaut werden, sondern so, dass man sofort erkennt: Oh ja, St. Andreasberg, dass es dann aber doch ein anderes Gebäude ist.

 

 Die Konstruktion auf dem Rechner  wurde ein interessanter Akt von selektiver Komprimierung (Sel'Kom) und Konzentration der attraktiven Details an der Schau- sprich Bahnsteigseite. Nebenstehend das Ergebnis. Aber der komplizierte Weg dahin wird in ADJ 7 ausführlich dargestellt. Natürlich mit korrekten Bauzeichnungen und vielen Vorbildfotos.

3.11.22

 

Übergabebahnhöfe 1. Folge in ADJ 7

 

Mit diesem Logo kündigten wir in Heft 6 eine Artikelfolge über Anschlussbahnhöfe an, in denen Güterwagen zwischen Bahnverwaltungen getauscht oder eben übergeben werden.

Das war mutig ins Horn getutet, denn es stellte sich schnell heraus, dass die Materialbeschaffung alles andere als einfach ist. Aber zähes Bemühen führt irgendwann zum Ziel, und deshalb kann der in Heft 7 vorgestellte Anschlussbahnhof recht gut dokumentiert werden, und schöne Szenebilder gibt es auch.

Foto Brutzer

 

Da sind eine Menge Eisenbahnfreunde mit einem Sonderzug gekommen, um diese Dampflok der NE-Bahn, die hier anschließt, in Aktion zu sehen. Wir Modellbahner genießen den tollen Anblick ebenfalls, aber unser Blick fällt auf das Gleis, das die Straße kreuzt, denn das ist das Verbindungsgleis zwischen DB und NE-Bahn.

Wer den Bahnhof kennt, weiß sogleich, dass es sich um ein relativ altes Bild handeln muss, denn schon 1985 wurde das Verbindungsgleis gedreht (die DKW auch), so dass es seither von links oben nach rechts unten über die Straße führte.

In dem Beitrag in ADJ 7 werden beide Gleispläne abgedruckt sein, dazu einige spannende Rangierbilder mit der generellen Aussage: so geht Übergabe.

Noch ist aber auch Zeit, dass Leser, die den Bahnhof kennen und Bilder oder Informationen über die dortigen Übergaben haben, diese der Redaktion zusenden.

1.11.22

Sechste Folge der Stern(a)stunden in ADJ 7

Das ADJ ist eine junge Zeitschrift, mit gerade mal sechs erschienenen Ausgaben eine sehr junge, aber sie hat von Anfang an einen Kolumnisten, Michael Sterna, spätestens seit dem Buch "Rangieren aber richtig" szeneweit bekannt und beliebt.

 

Auch in der Ausgabe 7, die noch vor Weihnachten rauskommen wird, ist er wieder dabei, und da er einmal ausgesetzt (und stattdessen einen anderen Artikel fürs ADJ geschrieben) hat, wird das die sechste Folge der Kolumne sein.

 

"Vom Verlieren und Wiederfinden" heißt sie und oben sehen wir, dass das Aufmacherbild eine gewisse Dramatik (oder soll ich sagen Melodramatik?) ausstrahlt. Na, ihr werdet ja bald sehen, was dahinter steckt. So etwa nach dem Öffnen des zehnten oder elften Türchens des Adventkalenders dürfte es so weit sein.

30.10.22

Nachruf auf Allen McClelland

 

Ein wichtiger Pionier und Wegweiser des Modellbahnwesens ist tot.

Allen startete in den Vierzigern in Spur S und wechselte 1950 zu H0. 1957 fing er an, die Philosophie und das Design der künftigen Virginian & Ohio-Anlage zu planen und startete 1961 mit dem konkreten Bau der Anlage.

 

Allen schrieb zahllose Artikel für Railroad Model Craftsman und Model Railroader und war Mitglied zahlreicher regionaler und nationaler Comités des NMRA*. Er war auch eine Zeit lang Präsident der Mid-Central Region der NMRA* und war landesweit bekannt für seine excellenten Diavorträge und Praxisseminare auf den NMRA conventions. Seine hervorragenden Leistungen innerhalb des Hobby trugen ihm den Titel "Master Model Railroader" ein.

 

Seine Lieblingsaspekte im Modellbahnhobby waren Zusammenwirken,  Kameradschaft und Freundschaft mit anderen Modellbahnern, Landschafts- und Gebäudebau sowie realistischer Betrieb.

 

Allen starb am 28. Oktober nach einem schweren Herzinfarkt.

 

Im offiziellen Nachruf des Kalmbach-Verlages wird gesagt, dass Allen eine ganze Generation von Modellbahnern beeinflusst hat. Das ist mit Verlaub stark untertrieben, denn sein Wirken zog sich über sechs Jahrzehnte hin, was man gemeinhin eher als zwei Generationen auffasst. Wichtiger als die Zahl von Jahren ist jedoch die Tiefe der Bedeutung seines Einflusses.

 

Durch sein Wirken in der NMRA* sorgte Allen selber für die Publizität seiner Ideen und Leistungen, dennoch war es Tony Koester, der 1969 in die Redaktion des Railroad Model Craftsman eintrat, der die V & O und mit ihr Allen McClelland „berühmt“ machte, zunächst durch die Artikelfolge im RMC und der nachfolgenden Herausgabe aller Folgen in Buchform.

 

Der erste bekannt gewordene direkte Schüler von Allen war Tony Koester selber, dessen H0-Anlage Alleghany Midland weitgehend auf dessen Ideen fußte und sie mit mehr Impact verbreitete, letztlich auch durch Tonys jahrzehntelange Kolumne Trains of Thought im Model Railroader.

 

Was ist nun das Besondere, das Alleinstellungsmerkmal, wie man heute sagt, an Allens Auffassungen? Ich will nur drei Dinge herausgreifen, nämlich die regionale Verortung, das prototype freelancing und vor allen Dingen das beyond-the-basement-Konzept. Diese bilden die Elemente einer Philosophie, die aus einer Modellbahn eine Modell-Eisenbahn macht. Da gibt es keine „zahlreichen Fahr- und Rangiermöglichkeiten“, auf denen sich irgendwelche Züge nach Gutdünken herumschlängeln, hier wird die Anlage als Ausschnitt einer größeren regional definierten Realität aufgefasst, mit Orten, die durch die Bahnstrecke erschlossen und miteinander verbunden sind. Die Züge emulieren den Transport von Personen und Waren zwischen diesen Orten. Das ist der Sinn der Eisenbahn und damit in logischer Konsequenz auch des Modells einer Eisenbahn.

 

Der berühmte Frank Ellison, der – wie mittlerweile auch hierzulande bekannt – schon in den Dreißigern die Modellbahnanlage als eine Bühne betrachtete, auf der die Züge als Schauspieler nach einem Fahrplan genannten Skript verkehren, war erkennbar Allen McClellands philosophischer Ziehvater, aber Allen hat diese Ideen durch seine großartige Anlage in die Moderne geholt und ihnen durch sein publizisitisches Wirken und seine Arbeit in der NMRA* zu breiter Bekanntheit und Anerkennung verholfen.

Ich selber wurde dadurch auf Allen McClelland und seine Ideen gesto-ßen, dass Ivo Cordes mir einen dicken Packen älterer Hefte des Railroad Model Craftsman auslieh. Das war in meiner Bremer Zeit, kurz bevor ich mit dem Bau der BAE II anfing. Diese Gedanken fielen auf keinen unfruchtbaren Acker, sondern trafen auf einen Modellbahner, der schon seit seinem achtzehnten Lebensjahr den Model Railroader im Abo hatte und rannte damit offene Türen ein.

 Und nun ist Allen McClelland tot. Das Anlagen Design Journal hat ihm unendlich viel zu verdanken und wird weiterhin an der Verbreitung seiner Ideen arbeiten. Wir sind es Allen schuldig.  OOK.

 

* NMRA = National Model Rairoad Association, USA-weiter Verband von Modelleisenbahnern, in dem man - etwa im Gegensatz zum Moba - als einzelner Modellbahner Mitglied wird. Die NMRA zeichnet sich insbesondere durch ihr achievement program aus, ein System von Weiterbildungsveranstaltungen zur Hebung des modellbauerischen und modellbahnerischen Niveaus. Berühmt sind auch die layout tours bei den regionalen und nationalen conventions, etwas, was hierzulande keine Parallele hat.

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Und sofern du das nicht ausschließt, kann ich deine Meinung auch hier publizieren, wenn ich das für nützlich halte. OOK.

10.10.22

Jaffa bei der Arbeit III*

 

Neue Fotosession für die nächste Ausgabe

 

Nach dem Heft ist vor dem Heft. In Heft 7 soll ein Artikel, eigentlich eine Reportage über einen Nahgüterzug kommen. Dafür reisten Jaffa und OOK nach Münster, um an der Baumberge-Anlage der IG Miniatur-Münsterland eine Fotosession durchzuführen. Hier Jaffa bei der Arbeit:

 

Der Star der Reportage, der Ng 1965, ist in der Bildmitte zu sehen. Mehr wird zur Zeit noch nicht verraten.

* Im Eintrag vom 19.2.22 ist Jaffa bei der Arbeit II zu sehen.

11.9.22

Die tollen Felsen aus ADJ 6 selber sehen

 

0n3-Anlage in Rikon zeitgleich offen mit der Ausstellung Plattform der Kleinserie in Bauma (CH)

 

Am Wochenende 14. - 16. Oktober 2022 findet in Bauma wieder die renommierte Ausstellung Plattform der Kleinserie statt. https://plattformderkleinserie.clubdesk.com/home.
Zur gleichen Zeit (ausgenommen Freitag) öffnet der Club 0n3 Trainbuffs in Rikon, nur 20 km* entfernt Richtung Winterthur, seine Türen und die große 0n3-Anlage mit den in ADJ 6 vorgestellten Superfelsen kann besichtigt werden.

 

*Es gibt auch gute Zugverbindungen, beide Ausstellungsorte liegen ganz in Bahnhofsnähe.

6.9.22

Neues Video über die in ADJ 5 vorgestellte Heldenstein-Anlage

 

Im Stummi-Forum hat der Erbauer der Heldenstein-Anlage ein schönes Video eingestellt. Im Post vom 31.5. ist das betreffendende Heft mit Titelseite vorgestellt.

5.9.22

ADJ 6 in Druck, kommt vsl noch diese Woche

Wenn die Angaben der Druckerei stimmen, sind die Hefte schon gedruckt und kommen heute zum Versand an Jaffa. Und wenn das klappt, kann er sie wohl noch in dieser Woche an die Abonnenten und Vorbesteller ausliefern.

Hier das Cover:

22.8.22

ADJ (mit SSMV) bei der Selfkantbahn

 

Die meterspurige Selfkantbahn hat ihr Jübiläum 50 Jahre Musealer Dampfbetrieb in diesem Jahr auf mehrere thematisch unterschiedliche Wochenenden verteilt. Am vergangenen Wochenende war die Modelleisenbahn Thema. Daher auch der Auftritt von ADJ. Und da passte es, dass OOK und Herbert Fackeldey (einst gemeinsame Macher des MITTELPUFFER) sich zusammen taten und dort zu zweit einen Stand besetzten.

Die 1'C1'-Dampflok REGENWALDE gab eine schöne Dekoration ab, mehr aber auch nicht, denn ihr fehlten noch Kuppelstangen, Zylinderdeckel und weitere Kleinteile zur Betriebsfähigkeit - ganz wie wir das von der Modellbahn kennen. Foto: Jan Nicolas Vormoor

 

PS: ADJ 6 war noch nicht dabei, es ist zwar "fertig" muss aber noch gedruckt werden.

12.8.22

ADJ 6 redaktionell fertig

 

Noch pünktlicher als die Maurer, nämlich vor der Zeit, ist ADJ 6 redaktionell fertig geworden und an die Korrekturstufe übergeben. Hier schon mal vorab ein Blick ins Inhaltsverzeichnis.

Bis zum Erscheinen des Heftes wird es wohl Anfang September werden, also noch etwas Geduld bitte. In Kürze werde ich zumindest die Titelseite zeigen können.

25 weitere Blogeinträge bis zurück zum 21. Dezember 2021 findet man hier:

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2 Auslaufware oder Einführungspreis